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Jährliches Treffen der Milchlobby in Berlin

Berliner_Milchforum_2015_Welttierschutzgesellschaft_Koch_komprimiertAuf dem 6. Berliner Milchforum am 12. und 13. März 2015 forderte die Welttierschutzgesellschaft eine weidebasierte Milchkuhhaltung und diskutierte im Rahmen der zentralen Podiumsdiskussion mit Milchindustrie, Landwirten und Bundesministerium über die gesellschaftlichen Ansprüche an die Haltung von Milchkühen.

Beim größten nationalen Branchentreffen der Milchindustrie mit mehr als 500 Teilnehmern legten Bauernverband und Milchindustrie-Verband dieses Jahr einen Schwerpunkt auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit Tierschutz in der Milchkuhhaltung. Die Branche erkennt, dass Tierschutzprobleme nicht nur in der Geflügelhaltung und Schweinemast offenkundig sind. So wurde die Welttierschutzgesellschaft zur Podiumsdiskussion eingeladen.

„Kühe sind natürliche Weidegänger. Eine ganzjährige Laufstallhaltung kann niemals die optimale Haltungsform darstellen“, führte Dr. Koch, unser politischer Referent der Welttierschutzgesellschaft, auf dem Podium aus. Auch die Zucht auf Hochleistung sowie die nicht tiergerechte ganzjährige Anbindehaltung von Milchkühen kritisierte er in deutlichen Worten. Zukünftig müssen Weidegang und tiergerechte Haltung eine viel größere Priorität einnehmen.

Eine zentrale Fragestellung beim Milchforum betraf die Herausforderung, Tierwohl und Ökonomie in Einklang zu bringen. Robustere und gesündere Tiere, eine bessere Behandlung durch den Tierarzt und der Mehraufwand durch Weidegang kosten den Landwirt Geld. Hier waren sich alle Teilnehmer einig, dass sowohl Einzelhandel, Molkereien, Verbraucher als auch der Staat diese wichtigen Leistungen entsprechend honorieren müssen.

Aber nicht alle Vertreter der Milchwirtschaft begrüßten die Forderungen der Welttierschutzgesellschaft. Wir werden dennoch weiter mit Nachdruck und im Dialog mit allen Akteuren den dringenden Verbesserungsbedarf für die Milchkühe thematisieren.