KUH+DU

KUH+DU im Dialog mit der Milchwirtschaft

In der Bevölkerung schwindet die Akzeptanz für die derzeitige Milchkuhhaltung, die Milchkuh rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Im September wurden wir daher mit unserer KUH+DU Kampagne gleich zwei Mal dazu eingeladen, mit Vertretern der Milchwirtschaft in den Dialog zu treten. Die Empfehlung der Welttierschutzgesellschaft: Kritik nicht pauschal ablehnen, Tierschutzstandards erhöhen und Transparenz für die Verbraucher schaffen.

 

Welttierschutzgesellschaft fordert Haltungsverordnung beim Forum Milch in NRW

Kuh auf der Weide

Anfang September veranstaltete die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen e. V. das 9. „Forum Milch NRW“. Zum Thema „Hart aber fair: Milchproduktion zwischen öffentlicher Empörung und interner Wahrnehmung“ erhielten auch wir eine Einladung und nutzten die Gelegenheit, auf dem Podium mit Milchwirtschaft, Landwirten und Politik zu diskutieren.

Dort verdeutlichten wir die Notwendigkeit einer eigenen Haltungsverordnung von Milchkühen, die Mindeststandards gesetzlich festgelegt und die nicht mehr unterschritten werden dürfe.

Überrascht waren wir von dem hohen Maß an Selbstkritik seitens der Landwirte. Zwar wurde immer wieder angeführt, dass sehr viele Landwirte sehr gut mit ihren Kühen umgehen. Jedoch seien Zuchtziele falsch ausgerichtet worden. Auch ein fataler Ehrenkodex führe dazu, dass viele Bauern wegsehen, wenn ihr Nachbar tierschutzwidrig handelt. Zudem sei die Kommunikation gegenüber den Verbrauchern nicht immer ehrlich gewesen.

 

Weidetagung: Trend der ganzjährigen Stallhaltung stoppen

Nur einige Tage später folgte die Welttierschutzgesellschaft der Einladung des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen zu einer Weidetagung. Gemeinsam mit Umwelt- und Artenschutzorganisationen diskutierten wir Maßnahmen, um dem Trend zur ganzjährigen Stallhaltung entgegenzuwirken. Besonders freuten wir uns, dass auch Landwirte und Molkereien an dem Dialog teilnahmen. Trotz der derzeit schwierigen Marktlage seien einige Molkereien bemüht, den Landwirten einen Bonus zu zahlen, sofern sie ihre Kühe auf der Weide grasen lassen.

Unsere Forderung nach einer gesetzlichen Grundlage, die Weidehaltung für alle Kühe verbindlich festlegt, traf hier jedoch noch nicht auf fruchtbaren Boden. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, eine Verordnung für Milchkühe auf den Weg zu bringen. Dazu gehört auch, dem natürlichen Bedürfnis der Milchkühe nach Weidegang im Rahmen einer gesetzlichen Regelung Rechnung zu tragen.