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Ernährungsreport 2016 bestätigt frühere Umfrage der Welttierschutzgesellschaft

Anfang Januar wurde der Ernährungsreport 2016 des Bundeslandwirtschaftsministeriums veröffentlicht. Die Trends zur Nutztierhaltung bestätigen eine frühere Umfrage der Welttierschutzgesellschaft zum Milchkonsum.

Fast alle Verbraucher wollen eine artgerechtere Tierhaltung

Laut dem Ernährungsreport 201Frau vor Milchregal6 des BMEL sind in Bezug auf die Nutztierhaltung fast alle Befragten (89 Prozent) der Meinung, dass eine artgerechte Haltung eine viel größere Rolle spielen müsste. Trotzdem bleibt für mehr als die Hälfte der Preis das entscheidende Einkaufskriterium. Fast alle geben aber an, dass sie bereit wären, mehr zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten würden. In diesem Zusammenhang wünschen sich 82 Prozent der Befragten Informationen zur Haltung auf den Verpackungen – so könnten Kaufentscheidungen bewusster getroffen werden.

Dies deckt sich auch mit unserer eigenen Umfrage zum Milch-Einkaufsverhalten der Leser des Milchratgebers. Dabei kam heraus, dass Verbraucher ihr Einkaufsverhalten ändern, wenn sie besser informiert sind. Dazu ist zunächst einmal wichtig, dass sie über die Missstände in der Milchkuhhaltung und den damit verbundenen Folgen für die Tiere Bescheid wissen. So zum Beispiel waren Praktiken wie die ganzjährige Anbindehaltung, zunehmende Stallhaltung, die Enthornung von Kälbern sowie Mutter-Kalb-Trennung den meisten Lesern des Milchratgebers vorher nicht bekannt. Erst mit diesem neuen Wissen stellte sich ihnen die Frage, wie man das zukünftig beim Einkauf auch berücksichtigen kann.

Mehr Transparenz beim Einkauf

Verbraucher wären auch bereit, mehr Geld für eine besonders tiergerechte Haltung zu bezahlen. Demzufolge würde mehr als die Hälfte der von uns Befragten (63 Prozent) mehr als zwei Euro pro Liter Milch bezahlen, wenn die Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Mehr als jeder Dritte (35 Prozent) würde immerhin noch mehr als einen Euro pro Liter Milch ausgeben. Wichtig ist dabei, dass Verbraucher anhand seriöser und verbindlicher Kennzeichnungen auf der Produktverpackung erkennen können, wie die Tiere gehalten werden.

Neun von zehn Befragten gaben an, nach der Lektüre des Ratgebers ihren Milchkonsum geändert zu haben: Bei zwei Dritteln der Befragten landet seitdem nur noch Bio-Milch im Einkaufswagen, am liebsten mit privatem Bio-Siegel wie Demeter, Bioland oder Naturland.

Gesetzliche Mindeststandards als 1. Schritt

Die Trendumfrage des BMEL zeigt nun, dass der Wunsch nach einer artgerechteren Nutztierhaltung in der Bevölkerung angekommen ist. Um diesem nachzukommen und im Bereich Milchkuhhaltung tiergerechtere Haltungsstandards zu schaffen, setzen wir uns dafür ein, in einem ersten Schritt gesetzliche Mindeststandards einzuführen, die von keinem Hof mehr unterschritten werden dürfen. Die ganzjährige Anbindehaltung muss in solch einem Rahmen konsequent verboten werden, da dies dem Bedürfnis der Tiere nach Bewegung und Sozialkontakt zuwiderläuft. Der Auslauf im Freien sollte für alle Milchkühe verbindlich werden. Näheres zu unserer Haltungsverordnung kann hier nachgelesen werden.