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Milch zu Schleuderpreisen – wer schützt die Kuh?

Milchkuh im StallSeit der Aufhebung der Milchquote im April 2015 sind die Landwirte finanziell unter Druck und ergreifen Maßnahmen, um die Milchleistung ihrer Kühe zu steigern. Ställe werden überbelegt, der Kraftfutteranteil erhöht. Gerade in solch einer Krisensituation werden die Folgen fehlender gesetzlicher Regelungen bei der Haltung von Milchkühen deutlich. Die Welttierschutzgesellschaft fordert daher eine Haltungsverordnung zum Schutz der Tiere.

Obwohl der Tierschutz seit dem Jahr 2002 im Grundgesetz verankert ist, gibt es bis heute im Gegensatz zu den meisten anderen Nutztieren keine gesetzliche Haltungsverordnung für Milchkühe, die tiergerechte Mindeststandards vorschreibt. In Zeiten eines anhaltenden Überangebots an Milch bei gleichzeitig stagnierender weltweiter Nachfrage ist die Gefahr groß, dass das Wohl der Kuh ohne gesetzliche Regeln auf der Strecke bleibt. Wir fordern daher eine Verordnung, die unter anderem den Kraftfutteranteil bei den Futtermitteln reduziert und eine maximale Obergrenze verbindlich festgelegt. Auch der Weidegang und der Auslauf im Freien sollen darin geregelt werden. Ein entsprechender Entwurf wurde von uns bereits erarbeitet. Unterstützt werden wir von mehr als 211.000 Kuhfreunden, die unsere Petition für gesetzliche Mindeststandards in der Haltung von Milchkühen unterzeichnet haben.

Bereits in den letzten Jahrzehnten wurden Kühe durch Züchtung und den Einsatz von Kraftfutter zu Milchhöchstleistungen gebracht. Milchhochleistungen belasten den Organismus, das Risiko für Erkrankungen steigt. Die Folgen sind Fruchtbarkeitsprobleme, Stoffwechselstörungen, Euter- und Klauenerkrankungen. Viele Milchkühe werden daher vorzeitig nach gerade einmal einem Viertel ihrer natürlichen Lebenserwartung von 20 Jahren geschlachtet. Zudem hat mehr als die Hälfte der 4,3 Millionen in Deutschland lebenden Milchkühe keinen Weidezugang mehr – aus Zeit- und Kostengründen oder weil eine schwankende Qualität und Zusammensetzung des Futters die Milchleistung schmälern könnte. Dabei sind Kühe von Natur aus Weichbodengänger. Der weiche Untergrund einer Wiese ermöglicht ihnen eine natürliche Gehweise, verringert das Verletzungsrisiko, befriedigt das Bedürfnis nach Bewegung und ermöglicht eine stetige Futteraufnahme. Doch weder Weidehaltung noch zumindest der Auslauf im Freien sind gesetzlich vorgeschrieben. Das wollen wir ändern. Unterstützen Sie uns dabei: Unterschreiben Sie unsere Petition, leiten Sie diese an Ihre Familie, Freunde und Bekannte weiter und fordern Sie Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt zum Handeln auf.

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