KUH+DU

Ein Leben ohne Mutterliebe: Mutter-Kalb-Trennung in Deutschland

Mutter mit Kalb auf der WeideAnlässlich des Muttertages am 8. Mai möchte die Welttierschutzgesellschaft auf das Schicksal von Millionen Milchkühen und ihren Kälbern aufmerksam machen.

Damit Menschen Milch trinken können, müssen Kühe jährlich ein Kalb zur Welt bringen. Neun Monate lang trägt eine Kuh ihr Kalb aus, von dem sie in den meisten Fällen noch am Tag der Geburt getrennt wird.

 

Einzelboxen für die Kälber

Nach der Trennung von seiner Mutter wird das Kalb in seinen ersten Lebenswochen in einer Einzelbox gehalten und mit einem Milchaustauscher ernährt, bevor es mit gleichaltrigen Kälbern zusammenkommt. Die Kuh wird nach sechs bis acht Wochen nach der Geburt erneut – in den meisten Fällen künstlich – befruchtet. In der eigentlichen Stillphase wird sie dann gemolken, während sie bereits das nächste Kalb in sich trägt; ihre Milch geht in den Verkauf. Zum Vergleich: In der Natur würden Kälber etwa zehn Monate am Euter der Mutter saugen.

 

Alternativen zur Mutter-Kalb-Trennung

Landwirtin mit Kuh und KalbDoch es gibt auch Landwirte, die aus den festgefahrenen Strukturen ausbrechen und Alternativen zur gängigen Mutter-Kalb-Trennung wagen. Eine Landwirtin, die Mutter und Kalb nicht trennen will, ist Mechtild Knösel vom Bodensee. Auf dem Hofgut Rengoldshausen wird seit zehn Jahren erfolgreich die muttergebundene Kälberaufzucht betrieben.

In einem Interview mit der Welttierschutzgesellschaft erklärt sie die praktische Umsetzung dieser Aufzuchtform, die langsame Abgewöhnung zu einem späteren Zeitpunkt und die Vorteile sowohl für die Tiere als auch den Landwirt selbst.

Deutschlandweit gibt es vereinzelte Höfe, auf denen die muttergebundene oder ammengebundene (mehrere Kälber saugen bei einer Ammenkuh) Kälberaufzucht betrieben wird. Hier wird den Kälbern über mehrere Wochen hinweg eingeschränkter oder uneingeschränkter Kontakt zur Mutter oder einer Ammenkuh ermöglicht.  >> Zur Hofliste

 

Praktische Tipps für die mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht

Kuh mit KalbLandwirte, die sich für die praktische Umsetzung solcher alternativen Aufzuchtformen interessieren und aus erster Hand erfahren wollen, wie das abläuft und worauf man achten muss, können sich darüber anhand verschiedener TV-Beiträge zur mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht in unserer Mediathek informieren.

 

Die KUH+DU Kampagne

Mit der KUH+DU Kampagne sensibilisiert die Welttierschutzgesellschaft Verbraucher für die Verhältnisse, unter denen Milchkühe hierzulande leben, und setzt sich für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein – jenseits von Mutter-Kalb-Trennung, Hochleistungszucht und ganzjähriger Anbindehaltung. Ziel ist die Einführung einer Haltungsverordnung für Milchkühe sowie mehr Transparenz für den Verbraucher.