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Bundesrat stimmt für Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung

Kühe in AnbindehaltungKühe das ganze Jahr über im Stall anzubinden, ist aus Tierschutzsicht inakzeptabel und muss gesetzlich konsequent verboten werden. Die Welttierschutzgesellschaft begrüßt daher das vom Bundesrat beschlossene Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Milchkühen. Denn ihrem starken Bewegungsdrang und natürlichen Sozialverhalten können die sehr neugierigen, geselligen und intelligenten Tiere sonst nicht nachkommen.

Im letzten Jahr wurde auf die Initiative Hessens die Forderung nach einem Verbot in den Bundesrat eingebracht, die Entscheidung darüber wurde Ende letzten Jahres jedoch vertagt. Im April sprachen sich dann die Bundesländer für ein Verbot mit einer zwölfjährigen Übergangsfrist aus. Die Verantwortung für die Umsetzung des Verbots liegt nun beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. In vielen Fällen hat das Bundesministerium die Beschlüsse der Länder jedoch ignoriert – beim Tierschutz dürfen wir das nicht zulassen.

Das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ist wichtig, eine zwölfjährige Übergangsfrist jedoch zu lang. Zudem muss auch die saisonale Anbindehaltung einer gesetzlichen Regelung mit klar definierten Kriterien für den Auslauf im Freien sowohl zur Weide- als auch Winterzeit unterworfen werden.

Wir von der Welttierschutzgesellschaft fordern daher, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung umfassend um den Bereich Milchkühe zu erweitern und neben dem Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung auch den Auslauf im Freien verbindlich festzulegen, die Kraftfuttergabe zu reduzieren und einen Sachkundenachweis für Landwirte einzuführen. Ein entsprechender Entwurf von uns liegt bereits vor und wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern, Landwirten und Tierärzten erarbeitet.