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Welttierschutzgesellschaft im Dialog mit der Politik

Prof. Spiller beim VortragDie Welttierschutzgesellschaft hat gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen am 10. Mai 2016 einen Parlamentarischen Abend in Berlin veranstaltet. Zum Anlass nahmen wir das vor einem Jahr vorgestellte Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Unter dem Motto „Ein Jahr nach dem WBA-Gutachten – Quo vadis?“ sprachen Prof. Dr. Achim Spiller, der Hauptautor des Gutachtens, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth vor dem Plenum. Anschließend folgte eine Diskussion, in der unser Mitarbeiter für Politische Kommunikation, Dr. Leif Koch, die Parlamentarische Staatssekretärin auf die vielfältigen Probleme im Bereich der Milchviehhaltung hinwies und die Notwendigkeit einer Haltungsverordnung für Milchkühe deutlich machte.

Prof. Dr. Spiller kritisierte ebenfalls die bisher noch ausstehende Umsetzung der Empfehlungen. Die Regierung hat es bislang versäumt, die aus dem Gutachten hervorgehenden Lösungsansätze für eine tiergerechtere Nutztierhaltung anzugehen und ordnungsrechtlich zu bearbeiten: „Eine Wartezeit von 30 Jahren, wie wir es bereits bei anderen Gutachten erlebt haben, wäre hier nicht wünschenswert.“ Es sei höchste Zeit, die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu erweitern und zu verschärfen. Staatssekretärin Flachsbarth hingegen stellte im Laufe des Parlamentarischen Abends heraus, dass freiwillige Vereinbarungen Vorrang vor gesetzlichen Regelungen hätten.

Gemeinsam mit der Albert Schweitzer Stiftung, PROVIEH, Vier Pfoten, dem Bundesverband Tierschutz e.V. und dem Bund gegen Missbrauch der Tiere haben wir ein Jahr nach der Veröffentlichung des Gutachtens die Politik zum Handeln aufgefordert. Zahlreiche Abgeordnete, Journalisten und Mitarbeiter aus den Ministerien nahmen an dem Parlamentarischen Abend teil.