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Milchgipfel in Berlin – was bringt`s der Kuh?

Kühe im StallBundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat am Montag zum Milchgipfel geladen. Das Ergebnis: Mit einer Soforthilfe von mindestens 100 Millionen Euro soll den Landwirten geholfen werden, um finanzielle Engpässe zu überbrücken.

Doch wo bleibt die Kuh in der ganzen Diskussion, das Tier, das die Milch überhaupt erst produziert? Hochleistende, kranke Kühe gehören schon lange zum Alltag der modernen Milchwirtschaft, die auf den Weltmarkt ausgerichtet ist und auf permanentes Wachstum setzt. Doch weder Politik noch Handel oder Landwirtschaft sehen sich hier verantwortlich.

Die politisch und wirtschaftlich verfolgte Exportstrategie „Billig-Milch-um-jeden-Preis“ führte in eine Sackgasse und zu einem systemimmanenten Tierleid. Wenn hier keine strukturellen Änderungen angestoßen werden, wird das immer weiter zulasten der Tiere und deren Halter gehen.

Wir von der Welttierschutzgesellschaft fordern eine Haltungsverordnung zum Schutz der Kühe, die Mindeststandards festlegt und die – unabhängig vom Marktgeschehen – nicht unterschritten werden dürfen. Gleichzeitig muss ein Bonussystem für besonders tiergerechte Halter geschaffen werden, die z.B. anstelle von krankheitsanfälligen Hochleistungsrindern auf robuste und gesunde Zweinutzungsrassen setzen, die mit wiederkäuergerechten Futtermitteln wie Gras, Heu und Kräutern ihren Energiebedarf decken können. Auch Molkereien können solche Entwicklungen finanziell unterstützen und so dem Überangebot an Milch auf natürliche Weise entgegenwirken. Verbraucher wiederum müssen von den Missständen in der Milchviehhaltung wissen und gleichzeitig anhand einer seriösen und verbindlichen Kennzeichnung auf der Produktverpackung erkennen können, wie die Tiere gehalten werden. Dann würden sie mit Sicherheit auch nicht mehr zur Billigmilch greifen. >> Konsumtipps