KUH+DU

Ein aufregendes Praktikum bei der Welttierschutzgesellschaft!

Ein Erfahrungsbericht von Carina Gerkens, Praktikantin bei der Welttierschutzgesellschaft

Carina

Meine Liebe zu Tieren besteht schon ewig. Von klein auf wusste ich, dass ich später einmal mit Tieren arbeiten möchte. Am Tag der offenen Tür der Van Hall Larenstein-Hochschule in Holland entdeckte ich dann vor dreieinhalb Jahren den grünen Flyer zum Bacherlor-Studiengang „Tiermanagement“. Studenten würden alles über die Eigenarten und Eigenschaften von landwirtschaftlichen Tieren lernen und sich Wissen zur Verbesserung und Optimierung von Fütterung und Tierhaltung aneignen. Momentan befinde ich mich schon in der Endphase meines Studiums „Angewandte Tierwissenschaften“ oder auch „Applied Animal Science“ genannt. Und obwohl ich ein Großstadtkind bin, habe ich schnell großes Interesse für die Tiere aus der Landwirtschaft entwickelt und die Milchkuh für mich neu entdeckt. Statt der lila-gefleckten Milka-Kuh hatte ich es jetzt nämlich mit echten Tieren zu tun!

Da Tierschutz mir persönlich sehr am Herzen liegt, wollte ich mein letztes Praktikum bei einer Tierschutzorganisation machen und bin auf den Welttierschutzgesellschaft e.V. gestoßen, der die Kampagne „KUH+DU“ ins Leben gerufen hat. In der Kampagne geht es darum, die Milchkuhhaltung in Deutschland zu verbessern. Genau das hat mich sofort angesprochen. Ich hatte das Gefühl, etwas zur Thematik beitragen zu können, und so bewarb ich mich auf die Praktikumsstelle. Über die Zusage freute ich mich sehr! Im Praktikum selbst habe ich verschiedenste Aufgaben übernommen. Ich habe zu kuhspezifischen Themen recherchiert, konnte mein schon bestehendes Wissen dabei einbringen und erweitern und habe kleinere Texte verfasst. Außerdem haben wir verschiedene Milchhöfe in der Umgebung von Berlin und Brandenburg besucht und die Haltung der Milchkühe unter die Lupe genommen. Obwohl ich im Rahmen meines Studiums schon einige Milchhöfe kennengelernt hatte, war es jedes Mal wieder ein spannendes und aufregendes Erlebnis. Denn wie ich schnell gemerkt habe, geht jeder Bauer anders mit seinen Kühen um. Während ein Landwirt die Kuh beim Namen nennt, wird sie von einem anderen als reines Produktionstier gesehen. Das spiegelt sich auch im Management der Bauern wider. Denn während der eine die Liegeboxen täglich säubert, reinigt der andere diese nur einmal die Woche. Außerdem konnte ich mir einen Eindruck vom deutschen Sektor der Milchwirtschaft machen – durch mein Studium in Holland kannte ich mich eher mit den dortigen Verhältnissen aus. Allerdings habe ich bei den Hofbesuchen gemerkt, dass es keine großen Unterschiede gibt.

Aufgefallen ist mir aber zum Beispiel, dass auch Biohöfe noch Verbesserungspotential aufweisen. Obwohl dort häufig Rinder auf der Weide zu sehen sind, handelt es sich dabei meist um Jungrinder (Färsen) und nicht um Milchkühe, die gemolken werden. Trotzdem wird diesen über einen Laufhof, der sich direkt am Stall befindet, Zugang ins Freie gewährt. Auf konventionellen Höfen hingegen werden die Milchkühe oft das ganze Jahr über im Stall gehalten. Ich kann also nur jedem empfehlen, einmal in der Freizeit einen Hof zu besuchen, um sich ein Bild von den Lebensbedingungen der Kühe zu machen.

Mein Fazit: Bio ist also nicht gleich Bio, und trotzdem sind dort die Mindeststandards dem Kuhwohlsein höher angepasst als bei konventioneller Milchkuhhaltung. Dies ist mir durch mein Praktikum bewusst geworden, und so habe ich mein Kaufverhalten von konventionelle auf Bio- und pflanzliche Milch umgestellt. Trotzdem ist kein Milchhof perfekt und Verbesserungspotentiale für eine tiergerechtere Milchkuhhaltung sind überall vorhanden – das habe ich gelernt.

Nun ist mein Praktikum fast vorbei, aber für die Kühe gibt es noch viel zu tun. Da mich die Milchkuh sehr interessiert und fasziniert, könnte ich mir für die Zukunft mittlerweile sogar gut vorstellen, später einmal im Landwirtschaftssektor zu arbeiten, und möchte mich in meinem zukünftigen Masterstudiengang noch weiter in diese Richtung spezialisieren.