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Agrarministerkonferenz: Tierschutz nur als Lippenbekenntnis?

Kuh im StallAnlässlich der bevorstehenden Agrarministerkonferenz vom 7. bis 9. September 2016 in Rostock-Warnemünde fordert die Welttierschutzgesellschaft die Politik zum Handeln auf. Hochleistende, kranke Kühe gehören zum Alltag der modernen Milchwirtschaft, die auf den Weltmarkt ausgerichtet ist und auf permanentes Wachstum setzt. Die Landwirtschaftsminister der Länder sollten die Konferenz zum Anlass nehmen, um gemeinsam bundesweite Lösungen zum Schutz der Kühe zu finden.

Neben freiwilligen Vereinbarungen für mehr Tierschutz müssen verbindliche Vorgaben in der Milchwirtschaft geschaffen werden. In Zeiten eines anhaltenden Überangebots an Milch bei gleichzeitig stagnierender weltweiter Nachfrage ist die Gefahr groß, dass das Wohl der Kuh ohne gesetzliche Regeln auf der Strecke bleibt. Schon heute hat mehr als die Hälfte der 4,3 Millionen in Deutschland lebenden Milchkühe keinen Weidezugang mehr – aus Zeit- und Kostengründen oder weil eine schwankende Qualität und Zusammensetzung des Futters die Milchleistung schmälern könnte. Es ist legal, Kühe das ganze Jahr über im Stall anzubinden. Ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung wurde erst vor wenigen Wochen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gekippt. Durch Züchtung und den Einsatz von Kraftfutter werden Kühe zu Milchhöchstleistungen gebracht. Die Folgen sind Fruchtbarkeitsprobleme, Stoffwechselstörungen, Euter- und Klauenerkrankungen – nach durchschnittlich fünf Jahren werden sie hierzulande geschlachtet.

Bereits mehr als 218.000 Menschen haben die Petition der Welttierschutzgesellschaft für eine eigene Haltungsverordnung für Milchkühe unterzeichnet und fordern mehr Tierschutz in der Milchwirtschaft.

>> Petition für eine Haltungsverordnung unterzeichen

>> Mehr zum Verordnungsentwurf der Welttierschutzgesellschaft

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