KUH+DU

Das ganze Jahr im Stall?

Zwar hat die Anbindehaltung in den letzten Jahrzehnten abgenommen, teilweise werden Milchkühe jedoch noch immer ganzjährig im Stall angebunden gehalten, was aus Tierschutzsicht inakzeptabel ist.

Modernisierungen sehen heute häufig die Laufstallhaltung vor. Hier können sich die Tiere im Gegensatz zur Anbindehaltung in den Ställen frei bewegen und bekommen auf diese Weise auch untereinander Interaktionsmöglichkeiten. Allerdings sind insbesondere ältere Laufställe häufig zu eng konzipiert und weisen Sackgassen auf oder Laufställe sind überbelegt. Dies führt zu Stress in der Herde.

Die zunehmende Umstellung von Anbinde- auf Laufstallhaltung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rinder ursprünglich Weidegänger sind. Weidegang befriedigt das Bedürfnis nach Bewegung, beugt Krankheiten vor und steigert das Wohlbefinden. Allerdings ist der Auslauf im Freien nicht gesetzlich vorgeschrieben, sodass auch Laufhöfe – am Stall befindliche Außenflächen – als Alternative zur Weide kein Muss sind. Der Trend geht hier zur ganzjährigen Haltung im Stall.

Die Bundesregierung muss durch die Einführung einer Haltungsverordnung, die bislang für Milchkühe nicht existiert, den natürlichen Verhaltensweisen von Rindern Rechnung tragen und eine entsprechende Rechtsverbindlichkeit herstellen. Dabei sollten auch tierbezogene Indikatoren und Grenzwerte festgelegt werden, die nicht unterschritten werden dürfen. Nur auf diese Weise lässt sich direkt am Tier dessen Wohlergehen überprüfen. Lesen Sie das ausführliche Positionspapier hier.