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Slow Food Messe: Welttierschutzgesellschaft bezieht Position für Milchkühe

Die diesjährige Slow Food Messe in Stuttgart bot vom 10. bis 13. April neben regionalen Spezialitäten und ausgefallenen Geschmackserlebnissen auch ein interessantes Rahmenprogramm. Auf den Bühnen wurden neben Produktqualität und Essgewohnheiten auch Herausforderungen beim Tierschutz in der Milchkuhhaltung thematisiert.

Für die Welttierschutzgesellschaft nahm unser Kollege Dr. Leif Koch an einer Podiumsdiskussion über Milch teil. Hier wies er mit Nachdruck auf die erforderlichen Verbesserungen in der Milchkuhhaltung hin. Statt hoher Milchleistung müssen Zuchtziele auf Vitalität und Robustheit konzentriert werden.

Prof. Dr. Ton Baars vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau wies in diesem Zusammenhang auf die Risiken hin, die mit einer reinen Priorisierung der Milchleistung von Kühen einhergehen. Durch eine Änderung der Zuchtziele könnten die hohen Krankheitslevel und der zunehmende Medikamenteneinsatz deutlich reduziert werden.

Als weiteres Problem nannte Leif Koch die betäubungslose Enthornung. Die Mitdiskutanten aus dem Bio-Landbau und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau stimmten mit der Welttierschutzgesellschaft überein, dass ein gesetzliches Verbot dieser schmerzhaften Praxis dringend umgesetzt werden muss.

Ebenfalls kritisierte Leif Koch die Anbindehaltung und positionierte sich mit deutlichen Worten gegen die zunehmende ganzjährige Stallhaltung von Milchkühen: „Eine Kuh muss Zugang zu einer Weide haben. Wo dies nicht umgesetzt werden kann, müssen geräumige und komfortable Laufställe mit großen Laufhöfen den Kühen ein tiergerechtes und stressfreies Verhalten ermöglichen.“

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Milch von tiergerecht gehaltenen Kühen ein besonders natürliches und qualitativ hochwertiges Produkt darstellt. Die Verantwortung für die Haltungsbedingungen der Kuh und die besondere Qualität biologisch erzeugter Milchprodukte lassen immer mehr Verbraucher zu zertifizierter Bio-Milch greifen.