KUH+DU

Besuch des Berliner Milchforums: Die Kuh blieb draußen

25Carla, die überdimensionale Plastikkuh, das Maskottchen des 5. Berliner Milchforums, durfte zwar entgegen der gängigen Praxis ihre Hörner behalten, ansonsten blieb sie aber draußen – symbolisch für ihre 4,3 Millionen Leidensgenossinnen in Deutschland. Das Thema Tierwohl war nicht eben Spitzenreiter in den Präsentationen der vielen Referenten und 500 Teilnehmer aus Landwirtschaft, Milchindustrie, Interessenverbänden, Politik und Wissenschaft.

Vielmehr stand das Thema Export im Vordergrund, der Hauptgrund für die Entspannung auf dem europäischen Milchmarkt. Im Jahr 2013 produzierten die ca. 80.000 Milcherzeuger hierzulande 30,3 Mio. Tonnen Milch. Eine Steigerung um 2,3% gegenüber dem Vorjahr – und soviel Milch wie noch nie in Deutschland. Hauptabnehmer deutscher Milch sind Russland und China. Für die nächsten Jahre wird allein für die EU eine weitere Steigerung der Milchproduktion in Höhe von 23 bis 25% erwartet.

Doch was bedeutet das für die Kuh? Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden des Milchindustrieverbandes Dr. Karl-Heinz Engel komme der hohe Preis zwar angeblich den Tieren zugute. Doch fragt man sich wie, wenn laut Landwirt Heinz Korte aus Bremervörde „kein Bauer lieber zwei Kühe haben wolle, die 5.000 Liter Milch produzieren, statt einer Kuh, die 10.000 Liter gibt“. Statt wesensgerechter Kuhhaltung wurde von landwirtschaftlicher Seite gefordert: „Märkte sollen eröffnet werden, egal wo.“ Sicher ist dies kein Herzenswunsch für Milchkühe – und umso bedenkenswerter, glaubt man Prof. Regina Birner von der Universität Hohenheim: „Die Steigerung der Milchleistung steht beim Verbraucher nicht in der Kritik.“