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Hygieneleitlinie des BMEL auf dem Prüfstand

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat im August 2014 Empfehlungen zu betrieblichen Hygienemaßnahmen für Betriebe veröffentlicht, die Wiederkäuer halten. Ziel dahinter ist es, Infektionskrankheiten zu reduzieren und die Früherkennung zu verbessern. Die Hygieneleitlinie dient als bundeseinheitliche Richtschnur. Die Betriebe sollen eigenverantwortlich darauf achten. Es werden u.a. Maßnahmen zur Bauweise, zur Betriebsorganisation, zur eigenen und tierärztlichen Kontrolle sowie zu Haltungsmaßnahmen thematisiert.

Die Welttierschutzgesellschaft begrüßt, dass das BMEL den ersten Schritt in die richtige Richtung unternommen hat und sich im Rahmen der Leitlinie mit Wiederkäuern beschäftigt. Maßnahmen wie rutschfeste Lauf-, Liege- und Standflächen, funktional getrennte Bereiche in den Ställen, zugängliche Tränken ohne Sackgassen oder getrennte Bereiche für kranke Tiere sowie für gebärende Kühe sind sehr sinnvoll.

Andere Punkte sind hingegen als schwierig zu bewerten. Landwirte schätzen einige Maßnahmen als schwer umsetzbar ein. So ist es bei der offenen Bauweise von Rinderställen beispielsweise nicht möglich zu verhindern, dass andere Tiere, wie zum Beispiel Vögel, in den Stall gelangen. Die Hygienemaßnahmen werden auch sehr weitreichend behandelt, aus Tierschutzsicht stehen diese aber zum Teil dem individuellen Tierwohl entgegen. Direkte tierschutzrelevante Fragen werden nicht aufgegriffen.

Die Welttierschutzgesellschaft fordert weiterhin eine verbindliche Haltungsverordnung speziell für Milchkühe, die sich an den Bedürfnissen und natürlichen Verhaltensweisen der Tiere orientiert.