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Milchhöfe mit mutter- oder ammengebundener Kälberaufzucht

Milchkühe müssen©-Kara-Fotolia_44098077_L jährlich ein Kalb gebären, damit der Milchfluss nicht versiegt. In der Regel wird das Kalb sofort oder wenige Stunden nach der Geburt von der Mutter getrennt. Doch es gibt Alternativen: Vereinzelte Betriebe praktizieren die muttergebundene oder ammengebundene (mehrere Kälber saugen bei einer Ammenkuh) Kälberaufzucht. Hier wird den Kälbern über mehrere Wochen hinweg eingeschränkter oder uneingeschränkter Kontakt zur Mutter oder einer Amme ermöglicht.

Die jüngste Forschung zeigt, dass Kälber, die von ihren Müttern gesäugt werden, sozial kompetenter und aktiver sind als Kälber, die in den ersten Lebenswochen in Einzelboxen gehalten und mithilfe von Tränkeautomaten ernährt werden. Und sie bietet auch eine neue Chance für kleinere Höfe, die mit den großen Milchhöfen nicht mehr konkurrieren können.

Langfristig muss die Nachfrage seitens der Konsumenten nach Milch aus mutter- oder ammengebundener Kälberaufzucht steigen und sich ein entsprechender Markt herausbilden. Beratungs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen hierzu müssen erst noch entwickelt werden.

Derzeit wird die Milch aus mutter- oder ammengebundener Haltung entweder hauptsächlich über eigene Hofläden der Milchhöfe verkauft oder sie wird an Molkereien geliefert. In den Molkereien wird die Milch leider nicht separat erfasst und abgefüllt, sodass für Kunden nicht erkennbar ist, ob sie diese alternative Haltungsform unterstützen.

Wer mehr über die muttergebundene oder ammengebundene Aufzucht von Kälbern erfahren möchte, findet Beispiele aus der Praxis in unseren beiden Interviews mit den Landwirten Mechthild Knösel und Familie Burgeff.

Für interessierte Konsumenten gibt es hier eine Liste mit Höfen, die die mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht betreiben. Kontinuierlich werden wir diese Liste ergänzen.

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