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Das Schicksal der unerwünschten Bullenkälber

Kalb_im_Stroh_ZuschnittDamit der Milchfluss nicht versiegt, werden Kühe jährlich – in der Regel künstlich – besamt und bringen nach etwa neun Monaten ein Kalb zur Welt.  Doch was passiert mit den Kälbern? Während weibliche Kälber für die Nachzucht genutzt und später selbst einmal Milchkühe werden, sind ihre Brüder meist nur wenig „wert“ und ein unerwünschtes Nebenprodukt in der Milchwirtschaft.

In den meisten deutschen Kuhställen – Bio-Höfe inbegriffen – steht heute die hochgezüchtete Milchkuhrasse Deutsche Holstein – ihre Kälber setzen kaum Fleisch an. Entsprechend wenig Geld erhalten die Landwirte beim Verkauf der Kälber. In Ländern wie Neuseeland, Großbritannien und der Schweiz führt das dazu, dass Bullenkälber von Hochleistungskühen direkt nach der Geburt getötet werden. In Deutschland ist das verboten. Allerdings kommt es hierzulande vor, dass für erkrankte oder schwache Bullenkälber kein Tierarzt gerufen wird und die Tiere auf dem Hof verenden. Die Tierarztkosten würden den Wert des Kalbes übersteigen.

Eine Lösung wäre eine stärkere Rückbesinnung auf Zweinutzungsrassen – Rinder, die sowohl Milch geben als auch Fleisch ansetzen. Die Bullenkälber können für einen höheren Preis verkauft werden. Allerdings landen auch diese häufig in konventionellen Mastbetrieben. 

Wie es den Kälbern beim Transport ergeht, unter welchen Mastbedingungen sie gehalten werden sowie Verbrauchertipps lesen Sie hier.