KUH+DU

Berliner Schülerinnen und Schüler auf den Spuren der Milchkuh

„Lecker!“, stellt Leif bIMG_4207egeistert fest, während er mit verbundenen Augen den Soja-Joghurt mit Blaubeergeschmack probiert. Dann greift er zum zweiten Becher. Auch darin ist Blaubeerjoghurt, diesmal aber aus Kuhmilch. Hm… aber was ist jetzt was? Am Ende „erschmeckt“ Leif den Unterschied doch noch – und löffelt beide Becher genüsslich aus.

Zwei volle Stunden hören die Schülerinnen und Schüler der 4a und 4b der Süd-Grundschule in Berlin-Zehlendorf unserer Tierschutzpädagogin Frauke Däuble an diesem Mittwoch wissbegierig zu und diskutieren eifrig mit. Sie erfahren vieles über Milchkühe und die Bedürfnisse der Tiere. Dass es – ähnlich wie bei uns Menschen – neun Monate dauert, bis ein Kalb zur Welt kommt und die Geburt eines Kalbes Voraussetzung dafür ist, dass eine Kuh Milch gibt, ist vielen Kindern neu. Bei der Frage nach der natürlichen Lebenserwartung einer Milchkuh tippen die meisten Kinder auf 15 bis 20 Jahre. Nicht schlecht! Dass der Großteil der Milchkühe aber schon nach 5 Jahren geschlachtet wird, gefällt ihnen gar nicht.

Auch einige andere Dinge, die die Kinder im Rahmen von KUH+DU macht Schule über Milchkühe und deren Lebensbedingungen erfahren, sehen sie kritisch: „Ich finde es doof, dass viele Kühe ihr ganzes Leben drin sind. Das ist ja, als wären wir die ganze Zeit in einem Käfig“, sagt Nathali nachdenklich. Sara gefällt nicht, dass die Kälber nicht bei ihren Müttern bleiben können „(…) und das mit den Hörnern!“. Zuvor hatten sie und ihre Mitschülerinnen erfahren, dass die meisten Kälber schon wenige Stunden nach der Geburt von den Müttern getrennt werden und dass vielen im Alter von wenigen Wochen die Hornansätze ausgebrannt werden. kuh-du-schule-enthornungWarum das bei den meisten Kälbern ohne Betäubung durchgeführt wird – nämlich aus Kostengründen –, wissen die Zwillinge und Klassenkameraden David und Lukas. Ihre Verwandten betreiben Milchviehzucht, daher kennen sie sich schon richtig gut aus. Dass einige Betriebe den Kühen als Alternative zum Ausbrennen der Hornansätze Holzkugeln auf die Hörner setzen, um die Verletzungsgefahr zu minimieren, ist aber auch ihnen neu.

An Lösungsvorschlägen mangelt es bei den Viertklässlern nicht. Sie schlagen zum Beispiel vor, dass der Bauer mit vielen Kühen und wenig Platz seine Kühe an einen anderen Bauern mit mehr Platz verkaufen soll. So hätten alle Kühe mehr Platz und könnten ihre Hörner behalten. Eigentlich ganz einfach.

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Auch die Bio-Siegel-Tabelle, die beim Einkauf hilft und aufzeigt, welche Produkte kuhfreundlicher sind als andere, wird eingehend studiert. Als die Kinder mit den Produktkarten aus dem Lernset einen tierfreundlichen Einkauf gestalten sollen und die Wahl einer Mitschülerin auf den Käse mit EU-Bio-Siegel fällt, ist Alicia noch nicht ganz zufrieden. Sie würde lieber Produkte einkaufen, „wo die Kühe ihre Hörner behalten dürfen“.

In der Feedbackrunde haben die Kinder dann noch einmal die Gelegenheit das zusammenzufassen, was ihnen besonders gut gefallen hat und was für sie neu war. „Für mich war es toll, dass ich mehr dazu gelernt habe über die Kühe und dass ich jetzt mehr über sie weiß“, so Sara. Und sie fügt noch hinzu: „Ich finde, das war heute eine sehr schöne Runde.“

Das finden wir auch! Vielen Dank an alle Kinder und ihre Lehrerinnen!

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