KUH+DU

6. Besuchen Sie die Kühe!

Wie lange ist es her, dass Sie Milchkühe aus der Nähe betrachtet oder berührt haben? Viele Bauernhöfe bieten ihren Gästen Führungen an, was sich wunderbar mit einem Ausflug ins Grüne verbinden lässt. Auf einigen Höfen kann man sogar den Familienurlaub verbringen.

Falls Sie die Möglichkeit haben, den Erzeuger Ihrer Milchprodukte persönlich zu besuchen, sollten Sie die Chance unbedingt nutzen! Machen Sie sich selbst ein Bild davon, wo Ihre Milch herkommt und stellen Sie Fragen, Fragen, Fragen:

  • Haben die Milchkühe einen Laufstall oder werden sie noch im Stall angebunden?
  • Dürfen Milchkühe (nicht nur Färsen und Trockensteher) auf die Weide und wenn ja, wie oft und für wie lange?
  • Gibt es einen am Stall befindlichen Laufhof, sodass die Kühe auch im Winter ins Freie dürfen?
  • Haben die Tiere weiches Einstreu in ihren Liegeboxen und wie groß sind die Liegeplätze?
  • Werden die Kälber enthornt und wenn ja, findet die Enthornung wenigstens unter Betäubung statt?
  • Wie alt werden die Milchkühe auf dem Hof werden? (Viele erreichen nicht einmal ein Viertel ihrer natürlichen Lebenserwartung von 20 Jahren.)
  • Wie hoch ist die Milchleistung? Und könnte diese zum Wohle der Kuh nicht reduziert werden? (Denn das Risiko für Krankheiten/Fruchtbarkeitsstörungen/Ketose etc. steigt mit der Hochleistung.)
  • Woraus setzt sich das Futter zusammen (viel frisches Grünfutter im Sommer/Heu im Winter – oder eher Kraftfutter und Silage)?
  • Wie lange dürfen die Kälber bei den Müttern bleiben? Wurde schon einmal über eine mutter- oder ammengebundene Kälberaufzucht nachgedacht? (Hier gibt es Positivbeispiele, dass es funktioniert – auch bei Herden mit 100 Kühen.)

Nur so können in der Milchwirtschaft auf direktem Wege zwischen Milcherzeuger und Konsument Kritik geäußert und Anregungen gegeben werden. Generell ist der Milchpreis aber zu niedrig. Größere Handlungsspielräume, um Veränderungen anzustoßen, haben hier die Molkereien, denen man dieselben Fragen stellen kann, sowie natürlich der Einzelhandel. Einzelhandel und Molkereien könnten beispielsweise Verbesserungen in der Milchkuhhaltung anstoßen, indem sie die Einhaltung von bestimmten Maßnahmen fordern und finanziell honorieren.

Und der Verbraucher selbst muss bereit sein, mehr für Milch aus einer kuhgerechteren Haltung zu bezahlen oder insgesamt weniger Milchprodukte zu konsumieren.