KUH+DU

Kampagne

Unser Ziel – Erfolgreicher Tierschutz für Milchkühe

Das Ziel der Welttierschutzgesellschaft sind tiergerechte Haltungsbedingungen für die 4,3 Millionen Milchkühe in Deutschland. Kühe haben individuelle Charaktereigenschaften und können Gefühle wie Freude, Trauer oder Angst empfinden.

Ziel der Kampagne ist die Einführung einer Haltungsverordnung für Milchkühe sowie mehr Transparenz für den Verbraucher.

1. Eine Gesetzgebung zur Haltung von Milchkühen

Um bessere Haltungsbedingungen gewährleisten zu können, ist eine gesetzliche Regelung erforderlich. Mittels einer eigenen Nutztierhaltungsverordnung für Milchkühe kann ein hohes Schutzniveau garantiert werden.

2. Bessere Haltungsbedingungen, mehr Gesundheit und Wohlbefinden

Grundsätzlich gilt: Ein Stall muss sich an die Bedürfnisse einer Kuh richten – nicht umgekehrt. Kühe brauchen Bewegungsfreiheit, Frischluft, Licht und Zugang zu einer Weide oder alternativ zu einem Laufhof. Statt der hohen Milchleistung fordern wir mehr Robustheit, natürliches Futter und gesunde Kühe. Die betäubungslose Enthornung muss generell verboten werden.

3. Mehr Transparenz für Verbraucher

Irreführende Verpackungen und Begriffe wie „Heumilch“ oder „Alpenmilch“ lehnen wir ebenso ab wie Weide- und Naturbilder, die nicht der Lebensrealität der Milchkühe entsprechen. Milchverpackungen und Werbetexte müssen folglich so gewählt werden, dass der Verbraucher nicht den Eindruck von Haltungs- oder Produktionsbedingungen erhält, die nicht der Wahrheit entsprechen.

Unterstützen Sie uns bei unserer täglichen Arbeit – für ein besseres Leben für Milchkühe.

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Die Wahrheit hinter der Milchwerbung

Obwohl Milchkühe eine natürliche Lebenserwartung von 20 Jahren haben, werden sie in Deutschland im Durchschnitt nur noch fünf Jahre alt. Für die meisten Milchkühe gehören Krankheiten, Schmerzen, Stress und ein Leben im Stall zum Alltag. Statt tiergerechter Haltung hat die Kostenreduktion in der Milchwirtschaft Vorrang  zulasten der Tiere. 

Während das Produkt der Kuh, die Milch, unter strengen Vorgaben regelmäßig kontrolliert wird, spielt es eine untergeordnete Rolle, wie es den Milchkühen geht.

 

Züchtung auf Hochleistung

In den letzten 40 Jahren hat sich die Milchleistung pro Kuh fast verdoppelt: von 3.500 kg Milch pro Jahr im Jahr 1970 auf 7.000 kg in 2012. Dies wurde erst durch die einseitige Zucht auf Hochleistung und den erhöhten Einsatz von Kraftfutter möglich. Die Zucht auf Hochleistung steigert das Risiko für Erkrankungen.

 

Kraftfutter für Wiederkäuer

Damit eine Milchkuh möglichst viel Milch geben kann, braucht sie zusätzliche Energie durch Kraftfutter. Natürliches Futter – etwa von der Weide – reicht für einen ausgeglichenen Energiehaushalt bei hoher Milchleistung nicht aus. Der Magen der Kuh ist jedoch nicht auf die Verdauung des Kraftfutters ausgerichtet. Ist sein Anteil zu hoch, kann das gesundheitsschädigende Auswirkungen auf die Milchkühe haben.

 

Erkrankungen führen zur vorzeitigen Schlachtung

Rund 35% der gesamten Milchkühe scheiden jedes Jahr aus der Milchproduktion aus und werden geschlachtet. Das sind über 1,4 Millionen Kühe pro Jahr. Die häufigsten Ursachen dafür sind Unfruchtbarkeit und Ketose (eine Stoffwechselerkrankung). Ist eine Kuh erst einmal unfruchtbar oder gibt aufgrund anderer Krankheiten weniger Milch, ist sie für den Milchbetrieb nicht mehr rentabel und wird geschlachtet.

 

Zunehmende ganzjährige Stallhaltung

Rinder sind ursprünglich Weidegänger und besitzen ein starkes Bewegungsbedürfnis. Auf die Weide kommen Milchkühe aber immer seltener. Häufig sieht man dort nur noch Jungtiere oder trockenstehende Kühe.

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Betäubungslose Enthornung

Mittlerweile werden jungen Kälbern routinemäßig vor der sechsten Lebenswoche die Hörneransätze herausgebrannt, um spätere Verletzungen in engen Laufställen zu vermeiden. Eine Betäubung für die Enthornung ist nicht vorgeschrieben, obwohl der Eingriff für das Kalb äußerst schmerzhaft ist.

 

Anbindehaltung

Zwar haben die meisten Landwirte mittlerweile Laufställe. Aber mehr als eine Million Milchkühe werden teilweise oder das ganze Jahr noch immer im Stall angebunden. Ihrem natürlichen Bewegungsdrang und ihrem ausgeprägten Sozialverhalten können sie so nicht nachkommen.

 

Mutter-Kalb-Trennung

Milchkühe geben nicht einfach so Milch, sondern produzieren diese – wie  alle anderen Säugetiere auch – für ihren Nachwuchs. Ungefähr ab dem zweiten Lebensjahr werden Kühe einmal im Jahr – meistens künstlich – besamt und gebären nach neun Monaten ein Kalb; nur so lässt sich die hohe Milchmenge aufrechterhalten. Kurz nach der Geburt wird das Kalb von der Mutter getrennt und in den ersten Lebenswochen einzeln gehalten. Anschließend geht die Einzel- in eine Gruppenhaltung über – insofern es genügend gleichaltrige Kälber gibt. In der konventionellen Milchkuhhaltung werden die Kälber nach kürzester Zeit mit einem Milchersatz (mit Wasser vermischtes Magermilchpulver) ernährt. Es gibt nur wenige Landwirte, die es anders machen und auf eine muttergebundene oder ammengebundene Kälberaufzucht setzen.

 Kälber Iglus Ohrenmarken verpixelt Website komprimiert

 


Eine Kampagne für Milchkühe

Stempel aktuell

Mit der Kampagne KUH+DU setzt sich die Welttierschutzgesellschaft gegenüber Politik, Molkereien, Landwirten, Handel und Verbrauchern für Milchkühe und für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein. Gemeinsam wollen wir zeigen, dass es tiergerechte und kuhfreundliche Alternativen zur derzeitigen Milchwirtschaft gibt.

Milchkühe: Die Werbelüge der Milchwirtschaft

Milchkühe in Deutschland haben’s nicht leicht. Das von der Werbung publizierte Bild der glücklichen Kuh auf der Weide ist in der Realität eine Seltenheit: Mehr als die Hälfte der Milchkühe darf niemals auf einer Weide grasen und 27 Prozent leben nach wie vor in Anbindehaltung.

Mehr Tierschutz in der Milchwirtschaft!

Die Milchwirtschaft muss sich ändern. Wir fordern eine eigene gesetzliche Verordnung für Milchkühe, die Mindeststandards für deren Haltung festlegt. Dazu haben wir einen Verordnungsentwurf erstellt, der u.a. neben einem Sachkundenachweis für Landwirte und der Kraftfutterreduzierung auch ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung beinhaltet sowie den verpflichtenden Auslauf im Freien. Darüber hinaus möchten wir ein Umdenken in der Milchindustrie bewirken. Wir wollen, dass Milchkühe als Tiere mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen werden, die es zu achten gilt.

Die Milchkühe brauchen Sie!

Entscheidend für die Durchsetzung besserer Haltungsbedingungen für Milchkühe ist nicht nur die Politik, sondern auch die, die es am wirkungsvollsten einfordern können: wir Verbraucher! Durch einen bewussteren Milchkonsum und ein neues Verständnis für die Bedürfnisse der Kuh können wir das Leben der Milchkühe und die Milchwirtschaft verändern. Hier bekommen Sie Tipps für einen kuhfreundlichen Konsum.