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FAQs Verbraucher

Wo ist eigentlich das Problem?

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Mehr als die Hälfte der Milchkühe in Deutschland sieht nie eine Weide. 27% leben nach wie vor in Anbindehaltung. Aber auch die Beschaffenheit von Laufställen ist nicht immer auf die Bedürfnisse der Milchkühe ausgerichtet.

Das Resultat sind schmerzhafte Erkrankungen wie Zitzenverletzungen, Mastitiden (Entzündungen der Milchdrüsen), Klauenverletzungen, Azetonämie (Stoffwechselstörung) oder Schwanzräude.

Weitere Ursachen für viele Krankheiten und den schlechten Gesundheitszustand vieler Milchkühe sind die Fokussierung auf Hochleistungszucht und die nicht artgerechte Fütterung mit Hochleistungsfutter. Auch deshalb wird eine Milchkuh in Deutschland im Durchschnitt nur noch fünf Jahre alt. Zum Vergleich: Kühe können eigentlich ein Alter von 20 Jahren erreichen.

Weder in Deutschland noch auf EU-Ebene gibt es eine gesetzliche Regelung zur Haltung von ausgewachsenen Rindern. Wir wollen, dass verbindliche und ausreichende Rahmenbedingungen geschaffen werden, die dafür sorgen, dass Milchkühe ihre Bedürfnisse ausleben können.


Und wie wollt ihr das erreichen?

Durch viel Aufklärung! Wir wollen den Verbraucherinnen und Verbrauchern zeigen, unter welchen Bedingungen der größere Teil der Milch produziert wird. Denn den meisten Menschen in Deutschland ist Tierschutz in der Landwirtschaft sehr wichtig.

Die Milchwerbung sorgt jedoch dafür, dass die Verbraucher ein verzerrtes Bild über die Haltungsbedingungen von Milchkühen in Deutschland erhalten. Und wer falsch informiert ist, kann auch nicht die richtige Entscheidung treffen.

Auch Sie können uns dabei helfen, die Menschen zu erreichen. Erzählen Sie Ihren Freunden von unserer Aktion, empfehlen Sie den Milchratgeber weiter oder verbreiten Sie unsere Petition für eine eigene Haltungsverordnung für Milchkühe.

Nur gemeinsam können wir etwas verändern!

 

 


Ihr könnt doch eh nichts ändern…!

Falsch! Wir können gemeinsam etwas ändern! Mit unserem Kaufverhalten bestimmen wir alle das Angebot in den Supermärkten. Wenn die Nachfrage nach Milch von Kühen aus besseren Haltungsbedingungen steigt, wird sich der Handel darauf einstellen. Die herkömmliche „Stallmilch“ wird in den Regalen sauer und Produkte aus kuhgerechterer Produktion werden häufiger nachgefragt.

Der Handel wird dann Druck auf die Molkereien ausüben, indem vor allem Milch aus kuhfreundlicher Produktion bestellt wird. Die Molkereien geben die Nachfrage an die Bauern weiter, und die werden darauf reagieren müssen.

Das dauert sicher seine Zeit, ist aber nicht aussichtslos. Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau wurden anfangs auch belächelt, mittlerweile boomt der Bio-Markt in allen Bereichen.

Jeder Verbraucher, der nur noch Milch aus tiergerechterer Haltung kauft oder seinen Milchkonsum generell einschränkt, trägt dazu bei, dass es den Milchkühen in Deutschland möglichst bald besser geht.

 

 


Wird die Milch dadurch teurer?

Ja. Der aktuelle Milchpreis ist zu niedrig, und unsere Sparsamkeit bezahlen nicht nur die Milchkühe mit ihrer Gesundheit, sondern auch die Verbraucher. Denn was z.B. die Kuh frisst, trinken wir mit. Wer also beim Futter für die Milchkühe spart, spart auch bei der Qualität der Milch. Zudem darf der Tierschutz nicht allein aus Kostengründen vernachlässigt werden.

Milch ist zum Teil billiger ist als Mineralwasser. Wir setzen uns dafür ein, dass Milch als Lebensmittel wieder ihren natürlichen Wert erhält. So wird auch dem Überkonsum entgegengewirkt und Milch wieder mehr als Qualitätsprodukt geschätzt. Wir finden: Lieber weniger Milch von gesunden und glücklichen Kühen als viel Milch von leidenden und kranken Tieren.

Von höheren Preisen profitieren übrigens auch die Bauern, die für wertvolleres, aber auch teureres Futter sowie für ein besseres und zeitintensiveres Haltungsmanagement entsprechend entlohnt werden können.

Wer gut zu seinen Tieren ist, soll auch einen angemessenen Preis für seine Milch erhalten. Milch darf kein Billigprodukt sein, sondern muss unter fairen Bedingungen für Mensch und Tier erzeugt werden.

 

 


Warum geht ihr nicht generell gegen die Haltung von Milchkühen vor?

Die von der Kuh produzierte Milch ist für ihr Kalb gedacht, nicht für den Menschen, oder? Bereits im 3. bis 4. Jahrhundert v. u. Z. hielten die Sumerer Tiere wie Kühe, Schafe und Ziegen, um deren Milch zu gewinnen. Eine lange Vergangenheit ist natürlich noch keine Rechtfertigung für den Konsum von Milch. Aber er ist stark in unseren Wurzeln verankert, und viele Menschen wollen ganz bewusst nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten.

Da der Milchkonsum fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist, sehen wir es aber als unsere Aufgabe, die Lebensbedingungen der Milchkühe zu verbessern. Wir glauben, dass eine baldige und nachhaltige Besserung der Milchkuhhaltung am ehesten erreicht werden kann, wenn man einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu einem bewussteren Milchkonsum bewegt.